• Ramona

The Science of Yoga | Teil 1 Gesundheit

"Einst die esoterische Praxis einer auserlesenen Eliteschar, hat sich Yoga inzwischen zu einem globalen Phänomen ebenso wie zu einem universellen Sinnbild der Gelassenheit gewandelt, das ein starkes Echo in gestressten Urbanität findet." - William J.Broad (Science of Yoga)

Modernes Power Yoga hat den Ruf einen schlanken Körper zu modellieren. Diesen Ruf pflegt Yoga unter anderem auch dadurch, dass die meisten Yogis schlanke Frauen oder durchtrainierte Männer sind. Fitnessprogramme kombinieren gerne "kraftvolle Asanas" mit Hanteln, Plank-Challenges oder Intervall-Einheiten. Wissenschaftler fanden aber heraus, dass Yoga zu einer Stoffwechselverlangsamung führt. Yoga verbrennt nicht mehr Kalorien als ein langsamer Spaziergang. Und wenn man doch abnimmt, ist dies meistens einem allgemein gesünderen und bewussteren Lebensstil zu verdanken, der oft Hand in Hand mit einer regelmässigen Yogapractice geht. 


Wissenschaftlich erwiesen : die wahren Vorteile des Yogas

Die erwiesene Stoffwechselverlangsamung durch das Praktizieren von Yoga führt aber auch zu zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen: 


- Stressabbau

- Reduzierung des Herzschlages

- Senkung des Blutdrucks 

- stärkt das Immunsytem

-  beugt Krankheiten vor


Die Studien, die diese Fakten erwiesen haben, reichen von Erfahrungsberichten bis hin zu harten wissenschaftlichen Fakten. Dutzende Untersuchungen, die in Indien und Japan bis über Europa und USA durchgeführt wurden, sprechen überzeugend dafür, dass Yoga bemerkenswert gut funktioniert. 


Man hat durchgängig nachgewiesen, dass regelmässiges Yoga Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Blutzucker, Cholesterin oder das Fibrinogen-Niveau vorbeugt. Yoga erhöht ebenfalls die Menge der Antioxidantien im Blutkreislauf und verringert den oxidativen Stress. (Broad 2012: 76-77). 


Klinische Studien haben ergeben, dass Patienten, die Yoga ausüben, weniger Krankenhausaufenthalte haben, weniger Medikamente benötigen und seltener von ernsthaften Infarktereignissen (Herzattacken bis hin zu Herzversagen) getroffen werden. (Dies wurde in über 70 Studien von der University of Virginia ausgewertet)


FAZIT: YOGA STÄRKT DIE HERZ-KREISLAUF GESUNDHEIT


Yoga verjüngt den Rücken

Yoga stellt seit Langem die Behauptung auf, dass das ganze Beugen und Strecken den Rücken verjüngt. Die Wissenschaft ist dem nachgegangen und hat festgestellt, das Yoga tatsächlich dem Verschleiss zwischen den Wirbeln liegenden Bandscheiben entgegenwirken kann. Die wässrigen Polster wirken als Drehzapfen und Erschütterungsdämpfer. Die Bandscheiben von Erwachsenen haben keine eigene Blutversorgung, sondern sind davon abhängig, durch in der Nähe gelegene Gefässe mit Nährstoffen versorgt zu werden. Beim normalen Alterungsprozess nimmt diese Blutversorgung noch mehr ab und die Bandscheiben trocknen allmählich (bei fehlender Bewegung....) aus und werden dünner. 


Die Vorstellung, dass Yoga diesen Verfall verlangsamen kann, erhielt 2011 Bestätigung, als Ärzte in Taiwan eine Studie mit 36 Personen durchgeführt haben. Die Hälfte der Personen haben seit mindesten einem Jahrzehnt regelmässig Hatha-Yoga praktiziert (Mischung aus Bewegung, Meditation und Atmung). Die andere Gruppe wurde als gesundheitlich fit eingeschätzt. Die Ärzte überprüften alle Wirbelsäulen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Yogapraktizierenden signifikant weniger Degenerationserscheinungen aufwiesen als die Kontrollgruppe. Warum? 

Nach Ansicht der Ärzte führt das ganze Beugen und Strecken im Yoga dazu, dass sich mehr Nährstoffe in den Bandscheiben verteilt. Eine weitere These der Ärzte war, dass sich die wiederholte Anspannung und Kompression der Bandscheiben, die Produktion von Wachstumshormonen ankurbelt, die den Alterungsprozess aufhalten. 



Yoga verlangsamt die innere Uhr

Neuste Studien weisen daraufhin, dass Yoga vielleicht wirklich die biologische Uhr verlangsamen kann. Die Entdeckung betrifft ein seit Langem bestehendes Rätsel- Warum Zellen altern und sterben. Die Antwort liegt in den Telomeren, das Ende der DNS, die letzten Windungen, die an den Spitzen der Chromosomen liegen. Bei jeder Zellteilung werden die Telomere kürzer, sie sind eine Art innere Uhr, die über die Lebenszeit einer Zelle entscheidet. Wissenschaftler haben die Geheimnisse entschlüsselt, die dem Wachstum der Telomere zugrunde liegen. Das Ergebnis war so bahnbrechend, dass es den Forschern 2009 sogar den Nobelpreis für Physiologie & Medizin einbrachte:

Wie sich herausstellte, werden die Telomere durch eine Reihe von Alltagsleiden erodiert. Ein Hauptfaktor ist chronischer und seelischer Stress. Weitere Faktoren sind ungesunde Ernährung und Infektionen. 


Die Wissenschaftler haben aber auch festgestellt, dass Stressabbau die biologische Uhr verlangsamt.Die Verlangsamung funktioniert sogar bei Personen im mittleren und höheren Alter. Kurze Telomere kann man durch Stressreduktion wieder zum Wachstum anregen. Was Yoga dabei für eine Rolle spielt? Die Wissenschaft hat im Laufe der Jahrzehnte wiederholt nachgewiesen, dass Yoga zur Bekämpfung von mentalem und körperlichem Stress sehr gut geeignet ist. Eine Studie aus dem Jahr 2008  belegte dies sogar, und stellte fest, dass regelmässiges Yoga (Studie wurde über 3 Monate durchgeführt) das Telomerase-Niveau um 30% ansteigen lässt! (Broad 2002: 82)












Yoga beugt Immunerkrankungen vor


Der Vagusnerv wird häufig als wichtigster Nerv im Körper dargestellt. Der Vagusnerv macht den grössten Teil des parasympathischen Nervensystems aus und ist über vielfache Verzweigungen mit fast allen inneren Organen verbunden. 

Die Aktivität des Nervs ist zentral für die Regulation und Verlangsamung des menschlichen Herzschlags. Wenn der Vagusnerv aktiviert ist, kann der Körper entspannen. Eine Anregung des Hirnnervs ist verbunden mit einer guten Regulation des Blutzuckers, einem verringerten Risiko für Schlaganfälle und Herzprobleme, einem gesunden Blutdruck und einer guten Verdauung.  Neuste Studien zeigen zusätzlich auf, dass der Vagus auch unser Immunsystem reguliert.

Kevin J.Tracey, ein Immunologe, stellte 2002 fest, dass eine Reihe tödlicher Krankheiten und Infektionen durch eine Überreaktion des Körpers zurückzuführen ist. Erkrankungen dieser Art, von denen immer mehr Menschen betroffen sind, sind Krankheiten wie Lupus, Pankreatitis und rheumatische Arthritis, sowie andere Autoimmunerkrankungen. 

Kevin Tracey fand heraus, dass das Ausüben von Yoga, den Vagusnerv stimuliert. Seine Hypothese erhielt 2011 durch weitere Studien Bestätigung. Eine davon wurde mit 64 Arthritis-Patienten durchgeführt:


1 Woche intensive Yogapraxis verringerte das Trauma rheumatischer Arthritis. Messungen zu Beginn und am Ende der Woche zeigten Abfälle beim rheumatischen Faktor, ausserdem verbesserten sich die Fähigkeiten der Patienten alltägliche Bewegungen durchzuführen. (Broad 2002: 79-80) Lange, tiefe Atemzüge wie das "Belly-breathing" im Yoga führen zu einer Aktivierung des parasympathischen Nervensystems



Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Studien aus der Medizin und Sportwissenschaft, die eine Handvoll gesundheitlicher Vorteile von Yoga erwiesen haben. 

Die erwiesenen Stärken des Yogas liegen in der Stressreduktion, der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen, der Immunsystemstärkung, der Regulation des Nervensystem und in der  Linderung und Vorbeugung unterschiedlicher Rückenbeschwerden. 

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